Sie sind hier: Presse » 

SEG Odenwald meistert die Herausforderung

Katastrophenschutz-Übung: 160 Ersthelfer aus der Region üben den Ernstfall

Gorxheimertal/Region. In letzter Zeit erschüttern immer wieder Meldungen über Massenunfälle, Großbrände und andere Katastrophen die Gemüter. Ob Busunfall, Überschwemmung oder Gebäudebrand - in diesem Fällen sind die Betroffenen vor allem auf die Hilfe ehrenamtlicher Ersthelfer der verschiedenen Hilfsorganisationen angewiesen. So auch bei einer Katastrophenschutz-Übung im Gorxheimertal. Hier wurde, unter Federführung der Freiwilligen Feuerwehr Gorxheimertal die Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen für den Ernstfall geprobt.

Angenommen wurde eine Fettexplosion in der Großküche des ehemaligen „Hotel Odenwald“, in dem in 30 Zimmern derzeit 75 Arbeiter wohnen können. Es galt Betroffene und Verletzte aus dem Gebäude zu retten, zu registrieren und zu versorgen. Die Verletzten wurden sehr realistisch von Mitgliedern der Notfalldarstellung des Jugendrotkreuz Bergstraße geschminkt, unterwiesen und dargestellt. Diese Personen mussten nach der Rettung aus dem brennenden Gebäude durch die Freiwilligen Feuerwehren aus Gorxheimertal, dem badischen Weinheim und aus Ober- und Unter-Abtsteinach von den Sanitätsdiensten versorgt und abtransportiert werden.

Hier wurden die 15 Helferinnen und Helfer des DRK Ortsverein Gorxheimertal, die mit drei Fahrzeugen vor Ort waren, im Rahmen der Schnelleinsatz-Gruppe Odenwald (SEG) von den DRK Ortsvereinen Birkenau (zwei Fahrzeuge), Mörlenbach (zwei Fahrzeuge, ein Anhänger), Rimbach (zwei Fahrzeuge), Hammelbach (ein Fahrzeug, ein Anhänger) und Neckarsteinach (ein Fahrzeug) und dem Malteser Hilfsdienst Abtsteinach (ein Fahrzeug) unterstützt. Zusätzlich standen Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe und der DRK Ortsvereine Zwingenberg, Lorsch und Bensheim, sowie drei Notarzteinsatzfahrzeuge des DRK und der Johanniter Unfallhilfe unter Leitung des Leitenden Notarztes Thomas Fuckner aus Hammelbach. Der Einsatzleitwagen 2 des Kreises Bergstraße koordinierte den Funkverkehr – ob analog durch die Feuerwehr Weinheim oder digital durch die hessischen Einsatzkräfte. Das größte Kontingent an Sanitätskräften stellte das Deutsche Rote Kreuz mit etwa 70 Helferinnen und Helfern, die mehrere Schwerverletzte und etwa 20 Betroffenen zu betreuen hatten.

Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz geschlossen

Die Verletzten wurden nach ihrer Bergung und der ersten Sichtung durch den ersten Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe auf einen sogenannten „Triage-Platz“ verbracht, der durch die Logistikgruppe des DRK Kreisverband Bergstraße, die im Gorxheimertal angesiedelt ist, mit Feldbetten und Sitzgelegenheiten ausgestattet wurde. Dort kümmerten sich Notärzte und Sanitätsdienste, allen voran die Helfer der SEG Odenwald, um die Versorgung der Patienten. Unter einer Schnelleinsatzgruppe - abgekürzt SEG - versteht man eine Gruppe aus medizinisch und technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Sie unterstützen den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen und bei einem Massenanfall von Verletzten, denn der Rettungsdienst ist primär auf Individualnotfälle ausgerichtet. So wird die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz geschlossen. Die SEG Odenwald besteht aus insgesamt neun Ortsvereinen des DRK Kreisverband Bergstraße e.V. sowie dem Malteser Hilfsdienst aus Abtsteinach.

Im Falle der Großübung mussten die Helfer vor allem geschminkte Brandwunden versorgen, Sauerstoff verabreichen, Knochenbrüche stabilisieren und für den Wärmeerhalt sorgen. Zusätzlich der Transport von teils Schwerverletzten von der Unglücksstelle zum Triage-Platz in den Aufgabenbereich der SEG.

Aber auch die unverletzten Betroffenen, die nun plötzlich all ihre Habe verloren hatten, wurden auf einem mit einen Faltpavillion des DRK Ortsverein Mörlenbach gekennzeichneten Sammelplatz registriert und betreut, bis sie in das nahe gelegene Bürgerhaus verbracht werden konnten. Dieses war vom 1. Betreuungszug Bergstraße, bestehend aus Kräften der Johanniter Unfallhilfe und dem Malteser Hilfsdienst als Notunterkunft ausgestattet worden. Für den Transport der Betroffenen kamen wiederum die bereitstehenden Mannschaftsfahrzeuge der SEG Odenwald zum Einsatz.

Beim abschließenden gemeinsamen Abendessen äußerte sich der Bereitschaftsleiter des DRK Ortsverein Gorxheimertal Nicolas Schmitt, der für die Planung der Sanitätskräfte zuständig war ebenso zufrieden mit dem Ablauf der Übung, wie der Gemeindebrandinspektor Ralf Otto, dem die Gesamtplanung oblag. Sie zeigten sich unisono stolz auf die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen aus zwei Bundesländern. Selbst kleine Fehler fielen nicht schwer ins Gewicht. Und schließlich fand die Großübung statt, um solche Fehler in Zukunft ausmerzen zu können. Insofern hat sich die akribische Vorbereitung, die mehr als ein Jahr andauerte, für alle Beteiligten gelohnt.

7. Juli 2017 14:28 Uhr. Alter: 15 Tage